THG-Quotenhandel für Nutzfahrzeuge und Busse
Der THG-Quotenhandel (Treibhausgasminderungsquote) ist ein marktbasiertes Klimaschutzinstrument, das darauf abzielt, die CO₂-Emissionen im Verkehrssektor zu reduzieren.
Grundprinzip: Mineralölunternehmen, die fossile Kraftstoffe (Benzin, Diesel) in Verkehr bringen, sind gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen jährlich um einen bestimmten Prozentsatz zu mindern (die Quote steigt bis 2030 auf 25 %). Wenn sie diese Quote nicht selbst erfüllen können, müssen sie Emissionsrechte (CO₂-Zertifikate) von anderen Marktteilnehmern, die CO₂ einsparen, zukaufen, um Strafzahlungen zu vermeiden.
THG-Quotenhandel für Nutzfahrzeuge und Busse:
Auch Betreiber von BEV - Nutzfahrzeugen und der dazugehörigen Ladeinfrastruktur können am THG-Quotenhandel teilnehmen.
Wie funktioniert der THG-Quotenhandel?
- Verpflichtete Unternehmen: Mineralölkonzerne, die fossile Kraftstoffe (Benzin und Diesel) in Verkehr bringen, sind gesetzlich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen jährlich um einen bestimmten Prozentsatz zu senken.
- Erfüllungsoptionen: Diese Unternehmen können ihre Verpflichtungen erfüllen durch:
- Das Inverkehrbringen von Biokraftstoffen, grünem Wasserstoff oder Strom für Elektrofahrzeuge.
- Den Kauf von THG-Quoten von Dritten.
- THG-Quoten-Anbieter: Besitzer von rein batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen (BEV) und Betreiber von öffentlich zugänglichen Ladepunkten können ihre eingesparten CO2-Emissionen als THG-Quoten zertifizieren lassen.
- Handel: Diese THG-Quoten werden dann an die quotenverpflichteten Unternehmen verkauft, die sie zur Erfüllung ihrer Minderungsziele nutzen können.
- Prämie für E-Auto-Halter: E-Auto-Besitzer erhalten für den Verkauf ihrer THG-Quote eine jährliche Prämie. Die Höhe der Prämie ist marktabhängig und schwankt.
Vorteile des THG-Quotenhandels
- Finanzielle Anreize für Elektromobilität: E-Auto-Besitzer können durch den Verkauf ihrer THG-Quote Geld verdienen und so die Betriebskosten ihres Fahrzeugs senken.
- Förderung nachhaltiger Mobilität: Der Quotenhandel unterstützt die Verbreitung von Elektrofahrzeugen und den Ausbau der Ladeinfrastruktur.
- Erreichen von Klimazielen: Das System trägt dazu bei, die nationalen und europäischen Klimaschutzziele im Verkehrssektor zu erreichen.
- Zusätzliche Einnahmen für Unternehmen: Unternehmen mit elektrifizierten Fuhrparks oder eigener Ladeinfrastruktur können zusätzliche Einnahmen generieren.
Nachteile des THG-Quotenhandels
- Greenwashing-Potenzial: Kritiker bemängeln, dass Mineralölkonzerne durch den Kauf von Quoten ihre Umweltbilanz verbessern können, ohne tatsächlich eigene Emissionen zu reduzieren.
- Intransparenz und schwankende Preise: Die Höhe der THG-Prämie ist nicht garantiert und unterliegt Marktschwankungen.
- Bürokratischer Aufwand: Insbesondere für Unternehmen mit großen Flotten kann die Abwicklung aufwendig sein.
- Berechnungsgrundlage Strommix: Die Berechnung der eingesparten Emissionen basiert auf dem durchschnittlichen deutschen Strommix, nicht auf dem tatsächlichen Ladestrom (z.B. Ökostrom).